Future Love – Liebesbeziehung in der Zukunft – vielfältige Optionen?!

Future Love – Liebesbeziehung in der Zukunft – vielfältige Optionen?!

Future Love – Liebesbeziehung in der Zukunft – vielfältige Optionen?!

Reifestufen sexueller Liebe. Wie Herkunft die Liebesbeziehung bestimmt.

 

In seinem aktuellsten Buch Future Love stellt der Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx drei mögliche Entwicklungsrichtungen zukünftiger Liebesbeziehungen vor.

Technoerotische Transformation

Liebesbeziehung findet in dieser Entwicklung in der allbekannten Form nicht mehr statt. Sexualität und sexuelle Kontakte werden in die virtuelle Welt verlagert. In der nahen Zukunft hantieren wir mit Liebesrobotern – auf Kosten der real gelebten Beziehung.

Eine für mich, der kurz nach der sexuellen Revolution geboren ist, eher grausam erscheinende Zukunftsaussicht.

Liquid Love

Hier gibt es den realen Gegenüber – allerdings hat man für jedes Bedürfnis einen anderen Partner. Nicht mit jedem der Partner hat man eine sexuelle Beziehung. Die vielfältigen und komplexen Strukturen werden durch Liebesverträge geregelt. Auf einer ehrlichen Basis werden diese immer wieder neu ausgehandelt.

Co-evolutionäre-Liebe

Hier entwickelt Horx ein Bild von einer monogamen Liebesbeziehung, die sich als Chance für Wachstum und gegenseitiges Unterstützen im Reifeprozess des Lebens versteht.

Basis ist eine gute Differenzierungsfähigkeit in einem ausbalancierten Tanz zwischen Autonomie und Bindung, Freiheit und Verbundenheit.

Im Veränderungs- und Reifungsprozess des Individuums treffen Paare immer wieder neu aufeinander und dabei bleibt der Weg anregend und inspirierend.

 

Welche Zukunft würdest du dir für deine Liebesbeziehung wünschen?

 

Die sexuelle Liebe beschäftigt uns seit Generationen

Die sexuelle Liebe ist eines der zentralen Themen, die uns seit vielen Generationen beschäftigen. Wir scheinen es noch nicht gelöst zu haben. Dabei klaffen Wunsch und Wirklichkeit oft weit auseinander.

Wenn ich an die vielen Paargespräche in meiner Beratungspraxis denke, scheint die Wirklichkeit sich nicht mit den unterschiedlichen Wunschvorstellungen zu decken.

Ein Großteil der Paartherapeuten und Paarberater ist sich heute darüber einig, dass das Liebesleben unserer Eltern einen erheblichen Einfluss auf die Gestaltung unserer eigenen Liebesbeziehungen hat.

Meist beginnen Paarbeziehungen verheißungsvoll, und viele Paare ahnen nicht, dass jeder Schritt in die Verbindlichkeit, wie zum Beispiel zusammenzuziehen, zu heiraten, gemeinsam Kinder zu zeugen und aufzuziehen, eine Aktivierung ungelöster Themen aus beider Herkunftsfamilien mit sich bringt.

 

Liebesbeziehung als Re-Inszinierungen alter Kommunikations- und Beziehungsmuster

Wir Re-Inszinieren alte Kommunikations- und Beziehungsmuster aus der Herkunftsfamilie in der aktuellen Paarbeziehung. Was gefühlt zu unendlichen Wiederholungsschleifen und Dauerkonflikten führt.

Auf der Paar-Bühne werden die kleinen und großen Machtkämpfe ausgefochten und plötzlich geht es in Beziehung um Fragen wie: „Leben wir nach deinen oder meinen Vorstellungen?“ oder „Wer hat recht?“

Wenn wir uns auf eine Beziehung mit einem Gegenüber einlassen, dann begegnen wir in ihm oder ihr unweigerlich gleichzeitig einem vielschichtigen Beziehungsgefüge seiner bzw. ihrer Herkunftsfamilie.

Sich dem auszusetzen ist nicht ungefährlich und bringt die Gefahr mit sich, dass es nicht nur zu angenehmen Auseinandersetzungen kommt. Auf der anderen Seite birgt es die Chance, einen sehr kraftvollen und tiefen gemeinsamen Prozess zu durchleben und Bindung und Verbindung auf einer neuen Entwicklungsstufe zu erfahren.

Manch einer benötigt eine Reihe von Trennungen, um festzustellen, dass die Kernthemen sich wiederholen und nur der zweite Hauptdarsteller ausgewechselt wurde. Das Beziehungs- und Bindungsverhalten unserer Vorfahren hat offensichtlich über ihren Tod hinaus Einfluss auf unser Liebesleben.

 

 

Der Partner als Erfüllungsgehilfe – scheitern vorprogrammiert?

Solange wir unseren Gegenüber als Erfüllungsgehilfen unserer unerfüllten Bedürfnisse aus der Kindheit und Jugend sehen, der dafür zuständig ist zu erspüren, was mir als Kind gefehlt hat, um es dann im Hier und Jetzt zu erfüllen oder zu versorgen, sitzen wir gemeinsam in einer großen Beziehungsfalle.

 

„Wenn mein Partner mich wirklich liebt, müsste er spüren, was ich brauche, und mir das auch geben.“

 

Was wir in der Kindheit versäumt haben, können wir als Erwachsene nachreifen lassen.

 

Allerdings ist dies nicht die Aufgabe unseres Gegenübers. Unsere Kernthemen, ob mit oder ohne Partner, begleiten uns und tauchen im Verlauf unseres Lebens immer wieder in unterschiedlichen Formen auf.

Wenn ich die Verantwortung dafür übernehme und nicht an meinen Gegenüber delegiere, durchbreche ich die Wiederholung von alten Beziehungsmustern und Re-Inszinierungen. Dieser Prozess wird zu einer Kraftquelle für die Paarbeziehung.

 

Die sexuelle Liebe ist ein Reifungsprozess, der mich lebenslang begleiten wird. 

Ein Co-Creativer-Prozess der zu einer Vertiefung von Intimität und Beziehungserleben führt.

Dabei durchlaufen wir möglicherweise drei Phasen.

  • Polarisierung
  • Harmonisierung
  • Transformation

Im Zeitraum der Polarisierung 0 – 24 Jahr steht das „Ich“ einem „Du“ polar gegenüber. Wir empfangen in der Regel in dieser Zeit mehr als wir geben.

Wir benötigen andere Menschen als Gegenüber, um zu einem Individuum zu reifen oder wie Martin Buber es formuliert: „Der Mensch wird am Du zum Ich.“

 

Im Zeitraum der Harmonisierung 24 – 54 Jahre steht das „Ich“ im Austausch von Geben und Nehmen in einer Beziehung. In dieser Phase geht es darum, das, was wir sind, in die Beziehung einzubringen und uns auszutauschen. In einen Austausch zu gehen, setzt ein gegenseitiges Geben und Nehmen voraus, bei dem die grundlegende Frage ist: „Was habe ich einzubringen in die Beziehung?“ und nicht: „Was habe ich zu bekommen oder was muss der andere mir geben?“

 

Dabei lösen wir die Projektionen und Re-Inszinierungen auf und können mehr und mehr unseren Gegenüber nehmen wie er ist.

 

Im Zeitraum der Transformation54 Jahre bis zum Tod geben wir das, was wir bekommen und gewonnen haben weiter an die nächste Generation, an die Gemeinschaft. Es stellt sich die Frage:

Wo ist mein Platz im Kollektiv? Wie kann ich aus der Verbindung mit meinen Vorfahren den Platz der reifen Frau oder des reifen Mannes in Würde annehmen? Was hinterlasse ich, wenn ich gehen werde?

Es ist möglicherweise der Übergang vom Werden zum Sein und die damit verbundene Erfahrung, aus einem inneren Frieden heraus zu leben.

Eventuell nutzt du diesen kurzen Artikel einmal dazu, mit deinem Partner ins Gespräch zu kommen, um gemeinsam Zukunftsperspektiven für ein erfülltes Liebesleben zu kreieren oder um die Stille der letzten Monate im Liebesleben zu durchbrechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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